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§ 35 SGB VIII

Intensive Sozial­pädagogische Einzel­betreuung (ISE)

ISE nach § 35 SGB VIII in Lünen: intensive, individuelle Begleitung für Jugendliche in besonders schwierigen Lebenslagen. Verlässlich, flexibel und mit hoher Betreuungsdichte.

AmbulantHohe IntensitätIndividuell

Kurz erklärt

Die Intensive Sozialpädagogische Einzelbetreuung (ISE) nach § 35 SGB VIII ist eine sehr individuelle Hilfe für Jugendliche und junge Volljährige, die besondere Unterstützung bei ihrer sozialen Integration und einer eigenverantwortlichen Lebensführung brauchen. Die Betreuung ist intensiv, flexibel und in der Regel auf längere Zeit angelegt.

Rechtsgrundlage
§ 35 SGB VIII, für junge Volljährige § 41 SGB VIII
Für wen
Jugendliche und junge Erwachsene in besonders belasteten Lebenslagen
Betreuungsdichte
Hoch, Umfang laut Hilfeplan
Wo
Flexibel dort, wo der junge Mensch lebt
Kosten
Für Familien kostenfrei, Finanzierung über das Jugendamt

Was ist ISE?

Die Intensive Sozialpädagogische Einzelbetreuung ist eine spezialisierte Hilfeform nach § 35 SGB VIII. Sie richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene in besonders belastenden Lebenslagen, die eine intensive Begleitung brauchen. Mit individuellen, zielgerichteten Maßnahmen stabilisieren wir die Lebenssituation und entwickeln eine Zukunftsperspektive.

Themenfelder

Verhaltensauffälligkeiten

Auffälliges Verhalten in Schule, Freizeit oder Familie verstehen wir als Ausdruck innerer Konflikte oder Belastungen. Wir erkennen Ursachen und entwickeln wirksame Veränderungsstrategien.

Trennung und Alleinerziehende

Wir unterstützen bei Konflikten nach einer Trennung, vor allem zum Schutz der Kinder, verbessern die Kommunikation und helfen Alleinerziehenden, ihren Alltag zu strukturieren.

Kulturelle Integration

Spannungen zwischen alter und neuer Kultur greifen wir auf und suchen ein Gleichgewicht, das alle Familienmitglieder einbezieht.

Unser Leistungsangebot

  • Persönlichkeitsentwicklung: Selbstbewusstsein, Resilienz und eigenverantwortliches Handeln fördern
  • Beziehungen: soziale Kontakte und tragfähige Netzwerke aufbauen und pflegen
  • Perspektiven: Begleitung bei Schule, beruflicher Orientierung und Einstieg in den Arbeitsmarkt
  • Alltagsbewältigung: Hilfe bei Organisation und konkreten Problemen
  • Krisenbewältigung: verlässliche Ansprechpartner in schwierigen Phasen, mit Fokus auf Lösungen

Wie wir arbeiten

  • Individualisierte Betreuung durch eng und flexibel zusammenarbeitende Fachkräfte
  • Ressourcenorientierung mit Fokus auf Stärken und Potenziale
  • Flexible Settings: zu Hause, in der Schule oder an anderen Orten im Alltag
  • Systemischer Blick für neue Perspektiven und nachhaltige Lösungen
  • Vertrauensvolle, respektvolle Zusammenarbeit als Grundlage

Unsere Ziele

  • Einen sicheren Rahmen für die persönliche Entwicklung schaffen
  • Individuelle Stabilisierung erreichen
  • Soziale Integration fördern
  • Eingliederung in Schule, Ausbildung, Beruf und Gesellschaft unterstützen
  • Nachhaltige Veränderung und langfristige Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben

So läuft die Hilfe ab

  1. Antrag beim JugendamtEltern bzw. Sorgeberechtigte beantragen Hilfe zur Erziehung beim Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) ihres Jugendamts. Wir erklären gern, wie das geht.
  2. Anfrage an SAFEDas Jugendamt fragt bei uns an. Wir prüfen kurzfristig, welche Fachkraft passt, auch mit Blick auf Sprache und Kultur.
  3. KennenlernenEin erstes Treffen mit der Familie bzw. dem jungen Menschen. Wir hören zu und klären Erwartungen.
  4. HilfeplangesprächFamilie, Jugendamt und SAFE legen gemeinsam Ziele, Umfang und Dauer fest (§ 36 SGB VIII).
  5. Start mit fester FachkraftEine Bezugsfachkraft übernimmt. Termine finden zu Hause, in der Schule oder unterwegs statt.
  6. Überprüfung & FortschreibungRegelmäßig schauen wir gemeinsam, was erreicht wurde, und passen die Hilfe an.

Wo wir unterstützen

Wir arbeiten regional und überregional. Wo und in welchem Rahmen wir unterstützen, stimmen wir individuell mit Familien und dem zuständigen Jugendamt ab.

Häufige Fragen

Was kostet die Hilfe für die Familie?

Ambulante Hilfen zur Erziehung werden vom zuständigen Jugendamt finanziert. Für Familien entstehen dabei keine Kosten.

Wie intensiv ist die Betreuung?

Deutlich intensiver als bei einer Erziehungsbeistandschaft. Wie viele Stunden pro Woche vorgesehen sind, legt das Jugendamt im Hilfeplan fest.

Kann ISE auch nach dem 18. Geburtstag weiterlaufen?

Ja. Über § 41 SGB VIII ist eine Fortsetzung für junge Volljährige möglich, wenn das Jugendamt den Bedarf bestätigt.

Ist die Begleitung auch in anderen Sprachen möglich?

Ja. Unser Team begleitet neben Deutsch auch auf Türkisch, Kurdisch, Arabisch, Rumänisch, Englisch, Russisch und Polnisch. Weitere Sprachen sind auf Anfrage möglich. Bitte geben Sie bei der Anfrage an, welche Sprache gewünscht ist.

Fragen? Wir sind da.