Sozialpädagogische Familienhilfe in Lünen
SPFH nach § 31 SGB VIII: Wir begleiten Familien regional und überregional bei Erziehung, Alltag, Konflikten und Krisen. Direkt zu Hause, mehrsprachig und mit fester Fachkraft.
Kurz erklärt
Die Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) ist eine Hilfe zur Erziehung nach § 31 SGB VIII. Eine feste Fachkraft von SAFE begleitet die ganze Familie bei Erziehungsfragen, im Alltag, bei Konflikten und im Kontakt mit Ämtern. Ziel ist Hilfe zur Selbsthilfe. Die Kosten übernimmt das Jugendamt.
- Rechtsgrundlage
- § 31 SGB VIII, Hilfe zur Erziehung nach § 27 SGB VIII
- Für wen
- Familien mit Kindern und Jugendlichen in belastenden Lebenslagen
- Wo
- Überall dort, wo Unterstützung gebraucht wird
- Umfang & Dauer
- Wird im Hilfeplan festgelegt, meist über mehrere Monate
- Kosten
- Für Familien kostenfrei, Finanzierung über das Jugendamt
- Sprachen
- Deutsch, Türkisch, Kurdisch, Arabisch, Rumänisch, Englisch, Russisch, Polnisch, weitere auf Anfrage
Was ist Sozialpädagogische Familienhilfe?
Die SPFH ist eine prozesshafte und langfristige Unterstützung, die wir auf jede Familie individuell abstimmen. Ziel ist, die Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen zu verbessern, die Erziehungskompetenz der Eltern zu stärken und die sozialen Fähigkeiten der ganzen Familie zu fördern. Wir schauen dabei ganzheitlich: nicht nur auf Probleme innerhalb der Familie, sondern auch auf ihr Zusammenspiel mit Schule, Ämtern und sozialem Umfeld.
Interkulturelles Verständnis und Sprachkompetenz ermöglichen uns die Zusammenarbeit mit Familien aus ganz unterschiedlichen kulturellen Kontexten.
Für welche Familien ist SPFH gedacht?
Familien mit eingeschränkter Handlungskompetenz
Die Zusammenarbeit mit Schulen, Ämtern und sozialen Diensten fällt schwer, etwa durch bürokratische Hürden, fehlendes Wissen über Ansprüche oder Angst vor negativen Folgen.
- Schwierige Kommunikation mit Schulen oder Behörden
- Misstrauen gegenüber Institutionen
- Fehlende Kenntnis von Hilfsangeboten
Familien mit Kindern, die Entwicklungsverzögerungen oder Verhaltensauffälligkeiten zeigen
Wir unterstützen bei passenden pädagogischen Maßnahmen und beim Umgang mit auffälligem Verhalten.
- Aggression, Ängstlichkeit oder Rückzug
- Schulische und soziale Schwierigkeiten
- Motorische oder sprachliche Verzögerungen
Familien mit Gewaltproblemen
Wir arbeiten an körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt in der Familie: den Gewaltkreislauf durchbrechen, das Umfeld stabilisieren und Schutzmaßnahmen erarbeiten. Wir unterstützen Betroffene und begleiten auch Täter dabei, ihr Verhalten zu reflektieren und gewaltfreie Lösungen zu entwickeln.
- Gewalt zwischen Eltern oder gegenüber Kindern
- Eskalierende Konflikte
- Akute oder chronische Gewalterfahrungen
Familien in sozialer Isolation
Armut, Migration, Krankheit oder fehlende Netzwerke können zu Isolation führen. Wir helfen, Kontakte zu knüpfen und soziale wie institutionelle Netzwerke aufzubauen.
- Fehlende Unterstützung im Alltag
- Eingeschränkter Zugang zu Bildung und Freizeit
- Das Gefühl, alleingelassen zu sein
Familien mit Beziehungs- und Strukturproblemen im Alltag
Wir fördern gesunde Beziehungen, lösen Konflikte und etablieren stabile Tagesroutinen.
- Häufiger Streit der Eltern
- Fehlende Regeln und Strukturen
- Arbeit, Haushalt und Erziehung unter einen Hut bringen
- Ungleiche Aufgabenverteilung
Unser Ansatz
Wir arbeiten ressourcenorientiert, also mit den Stärken der Familie, und bieten intensive Betreuung und Begleitung in diesen Bereichen:
- Elterliche Kompetenzen: Erziehungsfähigkeit und eine positive Eltern-Kind-Beziehung stärken
- Erziehungsaufgaben: Eltern bei ihren Erziehungsaufgaben unterstützen
- Praktische Hilfen: Haushalt, Finanzen und Tagesstruktur organisieren
- Alltagsprobleme: konkrete Hilfe bei der Bewältigung des Alltags
- Konflikte und Krisen: familiäre Spannungen deeskalieren und nachhaltig klären
So läuft die Hilfe ab
- Antrag beim JugendamtEltern bzw. Sorgeberechtigte beantragen Hilfe zur Erziehung beim Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) ihres Jugendamts. Wir erklären gern, wie das geht.
- Anfrage an SAFEDas Jugendamt fragt bei uns an. Wir prüfen kurzfristig, welche Fachkraft passt, auch mit Blick auf Sprache und Kultur.
- KennenlernenEin erstes Treffen mit der Familie bzw. dem jungen Menschen. Wir hören zu und klären Erwartungen.
- HilfeplangesprächFamilie, Jugendamt und SAFE legen gemeinsam Ziele, Umfang und Dauer fest (§ 36 SGB VIII).
- Start mit fester FachkraftEine Bezugsfachkraft übernimmt. Termine finden zu Hause, in der Schule oder unterwegs statt.
- Überprüfung & FortschreibungRegelmäßig schauen wir gemeinsam, was erreicht wurde, und passen die Hilfe an.
Wo wir unterstützen
Wir arbeiten regional und überregional. Wo und in welchem Rahmen wir unterstützen, stimmen wir individuell mit Familien und dem zuständigen Jugendamt ab.
Fragen & Antworten: Sozialpädagogische Familienhilfe
Was kostet die Hilfe für die Familie?
Ambulante Hilfen zur Erziehung werden vom zuständigen Jugendamt finanziert. Für Familien entstehen dabei keine Kosten.
Wie beantrage ich Sozialpädagogische Familienhilfe?
Wenden Sie sich an den Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) Ihres Jugendamts und stellen Sie einen Antrag auf Hilfe zur Erziehung. Sie können uns auch vorher anrufen. Wir erklären Ihnen den Weg und begleiten Sie, wenn Sie möchten.
Wie lange dauert eine SPFH?
Die Dauer wird im Hilfeplan festgelegt und regelmäßig überprüft. Häufig läuft eine SPFH über mehrere Monate bis zu etwa zwei Jahren, je nachdem, wie schnell die vereinbarten Ziele erreicht werden.
Wie oft kommt die Fachkraft?
Wie viele Stunden pro Woche vorgesehen sind, legt das Jugendamt im Hilfeplan fest. Die Termine stimmen wir flexibel mit Ihrer Familie ab, auch nachmittags.
Ist die Begleitung auch in anderen Sprachen möglich?
Ja. Unser Team begleitet neben Deutsch auch auf Türkisch, Kurdisch, Arabisch, Rumänisch, Englisch, Russisch und Polnisch. Weitere Sprachen sind auf Anfrage möglich. Bitte geben Sie bei der Anfrage an, welche Sprache gewünscht ist.
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Sie möchten eine Hilfe anfragen?
Jugendämter, Familien und Fachdienste erreichen uns telefonisch, per E-Mail oder über das Formular.

